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Lesung: Epheser 3,14-19 14 Deshalb knie ich
vor Gott nieder und bete zu ihm. Er ist der Vater, 15 der alle Wesen
in der himmlischen und in der irdischen Welt beim Namen gerufen
hat und am Leben erhält. 16 Ich bitte ihn, dass er euch aus dem
Reichtum seiner Herrlichkeit beschenkt und euch durch seinen Geist
innerlich stark macht. 17 Ich bitte ihn, dass Christus durch
den Glauben in euch lebt und ihr fest in seiner Liebe wurzelt und
auf sie gegründet seid. 18 Ich bitte ihn, dass ihr zusammen
mit der ganzen Gemeinschaft der Glaubenden begreifen lernt, wie
unermesslich reich euch Gott beschenkt. 19 Ihr sollt erkennen,
was alle Erkenntnis übersteigt, nämlich die unermeßliche Liebe,
die Christus zu uns hat. Dann wird die göttliche Lebensmacht mit
ihrer ganzen Fülle euch immer mehr erfüllen.
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Geschichte: (aus: John Eldredge, Der ungezähmte Mann) Noch
eine Geschichte von einem Vater, diesmal aber von dem Ersatzvater
eines Jungen, dessen wirklicher Vater aus seinem Leben verschwunden
ist. Zum Ersatzvater wird sein Großvater, den er Pop nannte. Pop
hatte eine Farm in Oregon, und der Junge verbrachte dort einige
Jahre lang seine Sommerferien. Die Sommer im Osten Oregons in
der Beifußsavanne sind heiß, trocken und staubig. Wenn die Sonne
am höchsten steht, klettern die Temperaturen leicht über dreißig
Grad. Also haben wir alle anstrengenden Tätigkeiten auf der Ranch
nach Möglichkeit in den frühen Morgenstunden oder am Abend erledigt,
wenn kühlere Luft vom Fluss heraufwehte. Manchmal haben wir in der
Tageshitze Bewässerungsgräben befestigt, das erlaubte mir, mich
richtig einzusauen. Ich stapfte durch den Graben und ließ meine
Jeans von dem warmen, schlammigen Wasser durchweichen. Aber die
meiste Zeit hielten wir uns im Haus auf bei einem Glas Eistee. Mein
Großvater mochte seinen Tee gerne stark gesüßt, so wie man ihn in
den Südstaaten trinkt. Wir saßen am Küchentisch und tranken ein
Glas oder zwei und sprachen über die Ereignisse am Morgen oder eine
bevorstehende Viehauktion oder machten Pläne für den Nachmittag. Eines
Tages im Spätsommer, ich war dreizehn, da waren Pop und ich gerade
erst zu unserem rituellen Treffen ins Haus gegangen, da stand er
auf und ging ans Fenster. Die Küche lag nach Süden, man hatte von
da aus einen Blick über ein großes Luzernenfeld bis dahin, wo das
Weideland begann. Wie die meisten Viehzüchter machte Pop sein eigenes
Heu, um für den Winter genug Futter für die Rinder und Pferde zu
haben. Ich war neugierig, was seine Aufmerksamkeit erregt hatte,
und ging zu ihm ans Fenster. Ein Stier war aus der Koppel ausgebrochen
und tat sich an den Luzernen gütlich. Pop hatte mir einmal erzählt,
dass frische Luzerne gefährlich ist für Rinder. Sie geht in ihren
Mägen auf wie Popcorn und kann im schlimmsten Fall eine der vier
Verdauungskammern zerreißen. Pop war sichtlich besorgt, wie nur
ein Cowboy im Hinblick auf Rinder besorgt sein kann. Ich dagegen
war aufgeregt. Das versprach ein neues Abenteuer. "Geh los,
sattle Tony und fang den Stier ein", sagte mein Großvater, setzte
sich wieder auf seinen Stuhl und zog seine Stiefel aus. Das war
unmissverständlich. Er würde nicht mit mir hinausgehen; er würde
überhaupt nirgends hingehen. Während er sich noch ein Glas Tee einschüttete,
erwog ich in Gedanken blitzartig all die Folgen, die in seinen Worten
mitgeschwungen hatten. Es bedeutete zum einen, dass ich mir Tony
schnappen musste, das größte Pferd auf der Ranch. Ich hatte gewaltigen
Respekt vor Tony, aber ich wusste genau so gut wie Pop, dass Tony
das beste Pferd zum Viehtreiben war. Ich musste ihn selber satteln
und hinausreiten und den Stier einfangen. Allein. Als ich diese
Informationen endlich verarbeitet hatte, wurde mir klar, dass ich
wer weiß wie lange dagestanden hatte. Höchste Zeit, dass ich in
die Gänge kam. Während ich das Haus verließ und die Pferdekoppel
ansteuerte, empfand ich zweierlei, und das empfand ich stark: Furcht
- und Ehre. Die meisten lebensverändernden Momente werden erst
im Rückblick als solche erkannt. Ich hätte damals nicht erklären
können warum, aber ich wusste, dass ich an diesem Tag eine wichtige
Linie in meinem Dasein als junger Mann überschritten hatte. Pop
glaubte an mich. Er sah wohl, dass ich von mir nicht so überzeugt
war. Aber die Tatsache, dass er an mich glaubte, brachte mich dazu,
es ebenfalls zu tun. Ich habe mir an diesem Tag den Stier geholt
... und noch eine ganze Menge mehr.
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