Die Bedeutung der Väter für die Entwicklung der Kinder wird vielfach unterschätzt. Aber ihr Einfluss ist groß - im Guten wie im Bösen. Und alle Väterlichkeit hat ihr Vorbild in Gott, dem Vater im Himmel.

zur Predigt ...

Ablauf dieses Gottesdienstes:


Musik zum Anfang (Orgel)

1. Szene: "Erinnerungen"
Das Stück ist erhältlich in der Willow-Creek-Edition.

Begrüßung
Lied: Ein neuer Tag beginnt
Gebet
Lied EG 789.6: Kyrie eleison

Lesung: Epheser 3,14-19
14 Deshalb knie ich vor Gott nieder und bete zu ihm. Er ist der Vater, 15 der alle Wesen in der himmlischen und in der irdischen Welt beim Namen gerufen hat und am Leben erhält. 16 Ich bitte ihn, dass er euch aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit beschenkt und euch durch seinen Geist innerlich stark macht.
17 Ich bitte ihn, dass Christus durch den Glauben in euch lebt und ihr fest in seiner Liebe wurzelt und auf sie gegründet seid.
18 Ich bitte ihn, dass ihr zusammen mit der ganzen Gemeinschaft der Glaubenden begreifen lernt, wie unermesslich reich euch Gott beschenkt.
19 Ihr sollt erkennen, was alle Erkenntnis übersteigt, nämlich die unermeßliche Liebe, die Christus zu uns hat. Dann wird die göttliche Lebensmacht mit ihrer ganzen Fülle euch immer mehr erfüllen.

Lied EG 373,1-4: Jesu, hilf siegen

Geschichte: (aus: John Eldredge, Der ungezähmte Mann)
Noch eine Geschichte von einem Vater, diesmal aber von dem Ersatzvater eines Jungen, dessen wirklicher Vater aus seinem Leben verschwunden ist. Zum Ersatzvater wird sein Großvater, den er Pop nannte. Pop hatte eine Farm in Oregon, und der Junge verbrachte dort einige Jahre lang seine Sommerferien.
Die Sommer im Osten Oregons in der Beifußsavanne sind heiß, trocken und staubig. Wenn die Sonne am höchsten steht, klettern die Temperaturen leicht über dreißig Grad. Also haben wir alle anstrengenden Tätigkeiten auf der Ranch nach Möglichkeit in den frühen Morgenstunden oder am Abend erledigt, wenn kühlere Luft vom Fluss heraufwehte. Manchmal haben wir in der Tageshitze Bewässerungsgräben befestigt, das erlaubte mir, mich richtig einzusauen. Ich stapfte durch den Graben und ließ meine Jeans von dem warmen, schlammigen Wasser durchweichen. Aber die meiste Zeit hielten wir uns im Haus auf bei einem Glas Eistee. Mein Großvater mochte seinen Tee gerne stark gesüßt, so wie man ihn in den Südstaaten trinkt. Wir saßen am Küchentisch und tranken ein Glas oder zwei und sprachen über die Ereignisse am Morgen oder eine bevorstehende Viehauktion oder machten Pläne für den Nachmittag.
Eines Tages im Spätsommer, ich war dreizehn, da waren Pop und ich gerade erst zu unserem rituellen Treffen ins Haus gegangen, da stand er auf und ging ans Fenster. Die Küche lag nach Süden, man hatte von da aus einen Blick über ein großes Luzernenfeld bis dahin, wo das Weideland begann. Wie die meisten Viehzüchter machte Pop sein eigenes Heu, um für den Winter genug Futter für die Rinder und Pferde zu haben. Ich war neugierig, was seine Aufmerksamkeit erregt hatte, und ging zu ihm ans Fenster.
Ein Stier war aus der Koppel ausgebrochen und tat sich an den Luzernen gütlich. Pop hatte mir einmal erzählt, dass frische Luzerne gefährlich ist für Rinder. Sie geht in ihren Mägen auf wie Popcorn und kann im schlimmsten Fall eine der vier Verdauungskammern zerreißen. Pop war sichtlich besorgt, wie nur ein Cowboy im Hinblick auf Rinder besorgt sein kann. Ich dagegen war aufgeregt. Das versprach ein neues Abenteuer.
"Geh los, sattle Tony und fang den Stier ein", sagte mein Großvater, setzte sich wieder auf seinen Stuhl und zog seine Stiefel aus. Das war unmissverständlich. Er würde nicht mit mir hinausgehen; er würde überhaupt nirgends hingehen. Während er sich noch ein Glas Tee einschüttete, erwog ich in Gedanken blitzartig all die Folgen, die in seinen Worten mitgeschwungen hatten. Es bedeutete zum einen, dass ich mir Tony schnappen musste, das größte Pferd auf der Ranch. Ich hatte gewaltigen Respekt vor Tony, aber ich wusste genau so gut wie Pop, dass Tony das beste Pferd zum Viehtreiben war. Ich musste ihn selber satteln und hinausreiten und den Stier einfangen. Allein. Als ich diese Informationen endlich verarbeitet hatte, wurde mir klar, dass ich wer weiß wie lange dagestanden hatte. Höchste Zeit, dass ich in die Gänge kam. Während ich das Haus verließ und die Pferdekoppel ansteuerte, empfand ich zweierlei, und das empfand ich stark: Furcht - und Ehre.
Die meisten lebensverändernden Momente werden erst im Rückblick als solche erkannt. Ich hätte damals nicht erklären können warum, aber ich wusste, dass ich an diesem Tag eine wichtige Linie in meinem Dasein als junger Mann überschritten hatte. Pop glaubte an mich. Er sah wohl, dass ich von mir nicht so überzeugt war. Aber die Tatsache, dass er an mich glaubte, brachte mich dazu, es ebenfalls zu tun. Ich habe mir an diesem Tag den Stier geholt ... und noch eine ganze Menge mehr.

Lied EG 377,1-4: Zieh an die Macht, du Arm des Herrn
Predigt
Lied: Ewiger Vater
Abkündigungen
Lied (EG 351,1-4.7): Ist Gott für mich, so trete
Fürbitte
Vaterunser
Entlassung
Segen
Lied: Vater im Himmel, ja wir lieben dich

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