Besonderer Gottesdienst am 30.8.2009: Im heilen Rhythmus leben (Logo)

 
Der Gottesdienst begann mit einer Theaterszene zum Thema der feststehenden Gewohnheiten. Die Begrüßung nahm das auf:

Wiederkehrende Rhythmen und Rituale spielen eine große Rolle in unserem Leben. Aber ob das, was wir gerade eben gesehen haben, ein besonders heiles Ritual war?

Ich begrüße Sie und Euch zum Besonderen Gottesdienst unter dem Titel »Im heilen Rhythmus leben«. Gottes Friede sei mit euch!

Eben gerade haben wir gesehen, wie sich zwischen zwei Leuten in siebzehn Jahren ein festes Ritual entwickelt hat, wie sie den Tag beginnen. Und eigentlich ist es ja kein gutes Ritual, wenn sie sich jeden Morgen streiten. Aber das ist gerade die Macht von regelmäßigen Abläufen, ob hilfreich oder blockierend: die werden so zur zweiten Natur, dass man da ganz schlecht rauskommt und es meistens auch nicht wirklich will.

Wenn wir darüber nachdenken, wodurch ein Mensch beeinflusst wird, dann denken wir meistens an die großen Ereignisse, an dramatische Entwicklungen. Aber viel nachhaltiger sind die ganz kleinen, regelmäßigen Einflüsse, die Tag für Tag unser Leben gestalten.

Vielleicht kennen Sie diesen Spruch: »Säe einen Gedanken und ernte eine Tat. Säe eine Tat und ernte eine Gewohnheit. Säe eine Gewohnheit und ernte einen Charakter. Säe einen Charakter und ernte ein Schicksal.« Es sind unsere Gewohnheiten, die den größten Einfluss auf unseren Charakter haben. Niemand kann sich jeden Tag wieder neu überlegen, wie sein Tag ablaufen soll. Das meiste machen wir so wie immer, und nur ganz wenige Dinge entscheiden wir neu. Um so wichtiger ist es, dass wir unsere Gewohnheiten immer wieder anschauen, weil die uns prägen, im Guten wie im Bösen.

Überlegen Sie mal einen Augenblick: welche Rhythmen und Gewohnheiten gibt es in Ihrem Leben? Was wiederholt sich jeden Tag? Wie ist bei Ihnen z.B. das Aufstehen gestaltet? Gibt es da einen Moment, der Ihnen Lust auf den Tag macht? Oder ist das eine unerfreuliche, missgelaunte Zeit, mit der der Tag beginnt?

Oder gibt es Momente, in denen sich regelmäßig Streit entwickelt? Bestimmte Situationen, in denen es regelmäßig Ärger gibt? Dann könnte es sich lohnen, genauer hinzuschauen, wie man die ganze Konstruktion verändern kann, damit diese Anlässe verschwinden.

Oder wenn Sie ans Ende des Tages denken: hat sich das so eingespielt, dass Sie vor dem Fernseher einschlafen? Oder jedenfalls beinahe? Was für Gedanken nehmen Sie aus dem Tag mit in den Schlaf? Gibt es einen Moment, in dem Sie die hinter sich lassen können?

Überlegen Sie doch mal einen Augenblick, welche Gewohnheiten und Rhythmen es in Ihrem Leben gibt, und in welche Richtung Sie von denen geschoben werden!

Kurze Pause

Wir werden in diesem Gottesdienst über solche Zusammenhänge nachdenken. Und wir werden einen Rhythmus kennenlernen, der extra dazu da ist, heilsam auf unser Leben einzuwirken: das ist der Ruhetag, der Sabbat, der Sonntag, der dafür da ist, dass wir einen Tag in der Woche rauskommen aus der Tretmühle und das ganze Leben von einem anderen Punkt aus ansehen.

 

Theaterszene (pdf 100 kB)
Predigt

 

Als biblische Lesung war im Gottesdienst zu hören:
 

Lukas 13,10-17

10  Jesus lehrte an einem Sabbat in einer Synagoge. 11  Unter den Zuhörern war eine Frau, die seit achtzehn Jahren unter einem bösen Geist zu leiden hatte, der sie mit einer Krankheit plagte. Sie war verkrümmt und völlig unfähig, sich aufzurichten. 12  Jesus bemerkte sie und rief sie zu sich. »Liebe Frau«, sagte er, »du bist frei von deinem Leiden!«, 13  und er legte ihr die Hände auf. Im selben Augenblick konnte sie sich wieder aufrichten, und sie fing an, Gott zu preisen. 14  Doch der Synagogenvorsteher war empört darüber, dass Jesus die Frau am Sabbat geheilt hatte. Er sagte zu der versammelten Menge: »Es gibt sechs Tage, die zum Arbeiten da sind. An denen könnt ihr kommen und euch heilen lassen, aber nicht am Sabbat.« 15  Der Herr entgegnete ihm: »Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch auch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel vom Futterplatz los und führt ihn zur Tränke? 16  Und diese Frau hier, die der Satan volle achtzehn Jahre lang gebunden hielt und die doch eine Tochter Abrahams ist – die sollte man am Sabbat nicht von ihren Fesseln befreien dürfen?« 17  Diese Antwort Jesu brachte alle seine Gegner in größte Verlegenheit. Das ganze Volk jedoch freute sich über all die wunderbaren Dinge, die durch ihn geschahen.


 
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