Ein festes Herz

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Weiteres zu diesem Konfirmandenjahrgang finden Sie auf seiner Seite.

2015-04-26Konf-GD - 02Heute bündeln wir alles zusammen, was wir in eurer Konfirmandenzeit miteinander erlebt haben. Schauen wir noch einmal kurz zurück in diese Zeit!

Das wart ihr, ziemlich am Anfang der Konfirmandenzeit im Herbst 2010. Diese Gruppe hat sich damals im Gartenraum getroffen, als er noch nicht renoviert war, an dem gelben Tisch, der so doll gekarrt hat.

2015-04-26Konf-GD - 03Die zweite Gruppe hat sich im großen Gemeinderaum getroffen, und auf diesem Bild sind auch Eltern zu sehen, die euch in der Gruppe betreut haben. In eurem Jahrgang sind ungefähr ein Drittel der Familien irgendwann aktiv an der Konfirmandenarbeit beteiligt gewesen, und dadurch habt ihr viel mehr Erwachsene erlebt als nur den Pastor.

2015-04-26Konf-GD - 04Die dritte Gruppe hat sich in der Bücherei getroffen. Auf diesem Bild habt ihr gerade den Schöpfungsgarten gebaut, eine Erinnerung daran, dass Gott die Welt schön geschaffen hat, im einer großen Fülle und mit Freude am Lebendigen. Das ist die Grundlage unserer ganzen Existenz: Gottes Freude am Leben.

Gruppenbild Mai 2011Und als wir dann zur ersten Konfirmandenfreizeit nach Tettenborn gefahren sind, da war es Mai und wir konnten auch wirklich viel draußen machen. Direkt neben dem Haus war ein Teich mit Kaulquappen, und wir sind auch außerhalb des Hauses unterwegs gewesen, an der ehemaligen Grenze zur DDR und im Kloster Walkenried.

Ja, und dann gab es erst einmal eine Pause bis zum zweiten Konfirmandenjahr. Aber irgendwie in Kontakt gewesen sind wir trotzdem immer wieder: im Gottesdienst und im Ü10-Gottesdienst; einige haben auch im Besonderen Gottesdienst Theaterszenen gezeigt oder danach Bücher verkauft. Und dann begann das zweite Jahr. Das größte Projekt, das wir im zweiten Jahr angegangen sind, war bestimmt das Weihnachtsspiel. Wir haben es uns zusammen ausgedacht und dann in den Weihnachtsgottesdiensten gezeigt. Das war ein ziemlicher Kraftakt, und wir haben es nur geschafft, weil ganz viele mitgeholfen haben.

2015-04-26Konf-GD - 09Und so habt ihr vielen Menschen einen Anstoß gegeben, noch einmal ganz neu und anders über Weihnachten nachzudenken. Wir hören ja im Augenblick immer wieder über den grausamen ersten Weltkrieg, der nun ein Jahrhundert zurück liegt. Und mitten in diesem Krieg, Weihnachten 1914, haben Soldaten an der Front auf eigene Faust miteinander Frieden geschlossen und haben damit wirklich verstanden, was Weihnachten bedeutet: dass Jesus für alle Menschen gekommen ist, und dass die Feinde nicht die anderen sind, nicht Menschen aus anderen Ländern und Kulturen, sondern die wirklichen Feinde sind Gewalt und Hass, die sich in die Welt eingeschlichen haben und Menschen in ihren Bann ziehen.

Das war nun ein Kurzrückblick mit einigen der Höhepunkte aus dieser ganzen Zeit. Auch wenn viele unter uns das Gefühl haben, diese Zeit sei ja so schnell vorbeigegangen – man merkt doch, wie ihr in dieser Zeit älter geworden seid, euch weiterentwickelt habt und auch anders guckt. Manchmal ist es einem ja eher peinlich, wenn man Bilder sieht, die schon ein paar Jahre her sind, und wo man noch ganz anders ist als heute. Aber ich glaube, dass es für uns wichtig ist, ein freundschaftliches Verhältnis zu unserer Vergangenheit zu finden.

Klar, wir wussten damals viele Dinge noch nicht und hatten einen begrenzteren Horizont. Aber so wird es immer sein sein. In ein paar Jahren schauen wir auf heute zurück und denken: ach, was ich damals alles noch nicht wusste! Wir lernen hoffentlich ein Leben lang dazu und entwickeln uns hoffentlich ein Leben lang weiter. Und deshalb muss es uns auch nicht peinlich sein, wenn wir zurückschauen, weder in diese 5 Jahre Konfirmandenzeit, noch wenn eure Eltern heute Nachmittag vielleicht noch mal die alten Babybilder von euch herausholen. Wir haben alle mal als Babys angefangen. Ich kenne keine Ausnahme von dieser Regel.

Und seit damals ist Gott mit uns einen Weg gegangen. Manchmal haben wir das gemerkt und manchmal nicht. Aber er will sich mit dem Leben von uns allen verbinden. Er will nicht nur in den alten Geschichten leben, sondern daraus sollen neue Geschichten werden, so wie die Weihnachtsgeschichte eine unglaubliche Fortsetzung gefunden hat mitten in den Schrecken des ersten Weltkrieges. Und so verbinden euch eure Konfirmations­sprüche mit den Geschichten vieler Menschen, die mit Gott ihren Weg gegangen sind, und sie sollen neue Geschichten in eurem Leben anstoßen.

Und so kommen wir zuerst zum Konfirmationsspruch von Nele aus dem 2. Buch Samuel (22,31). Da heißt es über diese Wege Gottes mit uns:

Gottes Wege sind vollkommen. Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

2015-04-26Konf-GD - 13Gottes Wege sind vollkommen, weil sie zu der Welt passen, die er geschaffen hat. Er hat die Welt aus Liebe geschaffen, und wenn wir Jesus auf den Wegen der Liebe nachfolgen, auf dem Weg des Segnens und Schenkens, dann ist das unser bester Schutz. Wir bekommen dann innerlich die Stärke, um mit vielen Dingen besser fertig zu werden. Innere Stärke zeigt sich, wenn es schwierig wird. Bin ich dann standfest, habe ich dann noch Orientierung, oder gebe ich auf?

Gott schickt uns alle auf Wege, auf denen wir herausgefordert werden, so eine Stärke zu entwickeln. Stärke, die aus Liebe wächst. Und weil wir alle unterschiedlich sind, deswegen schickt uns Gott auch auf ganz unterschiedliche Wege. Wirklich durchschauen tun wir das vielleicht irgendwann mal hinterher, vielleicht aber auch nie. Aber wenn du darauf vertraust, dass Gott es gut macht, dann schaust du alles daraufhin an, ob da nicht eine Gabe von Gott versteckt sein könnte. Auch in bitteren Dingen. Und das ist ein großer Schutz, wenn man sich nicht einem blinden Schicksal ausgeliefert fühlt, sondern auf Gott und seine Wege hofft.

Noch etwas grundsätzlicher redet davon auch das Bibelwort für Emily (Römer 8,28):

Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.

2015-04-26Konf-GD - 14Gott kann auch aus dem Bösesten etwas Gutes machen. Er kann dafür sorgen, dass das Böse an sich selbst zugrunde geht, und er kann es so fügen, dass uns aus Unglück und Schmerz am Ende doch etwas Gutes erwächst. Aber dafür braucht er Menschen, die bereit sind, mit ihm zusammen auch durch Hartes und Trauriges zu gehen. Alles Schwere in der Welt und in unserem Leben sollen wir geduldig Gott hinhalten und ihn bitten, es gut zu machen.

Gott geht einen langen Weg durch seine Welt, um den Schaden zu heilen, der hier entstanden ist. Er geht mit uns, bis wir ihn als Weggefährten erkennen. Und wenn wir ihn dafür lieben, dass er uns nicht allein lässt mit dem Schaden, den Menschen angerichtet haben; wenn wir ihn lieben für seine die Treue, mit der er an seiner Schöpfung festhält, dann kommt er zu uns und wohnt in unserem Leben und sorgt dafür, dass aus den schlechten Dingen etwas Gutes wird. Am Ende wird es für alle klar sein, dass er es gut gemacht hat.

Deshalb bitten wir ihn darum, dass wir solche Menschen sind, die zur Heilung der Welt beitragen, und der Konfirmations­spruch von Lara (Psalm 51,12) ist so eine Bitte:

»Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.«

2015-04-26Konf-GD - 15Mit einem reinen Herzen ist gemeint, dass wir nicht irgendwo dazwischen stehen und es ein bisschen mit dem Guten halten und ein bisschen mit dem Bösen, sondern dass wir mit ganzem Herzen auf der Seite des Lebens stehen wollen, dass wir keine Menschen sein wollen, die Zerstörung und Schaden um sich herum verbreiten, sondern dass es unser ehrlicher, tiefer Wunsch ist, dass durch uns die Welt geheilt wird, wenigstens hier und da.

Wir werden dann immer noch vieles falsch machen, aber wenn wir Gott lieben und ihn um ein ehrliches, klares Herz bitten, dann sind wir in Übereinstimmung mit ihm und er sorgt dafür, dass unser Geist erneuert wird und beständig mit ihm befreundet ist. Dass wir nicht hin- und hergerissen sind, sondern unser Herz fest ist in ihm. Dass wir ganze, gerade Menschen sind.

Und dann können wir mit dem Psalmvers (Psalm 31,15-16), den Cevin bekommt, sagen:

»Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen!«

2015-04-26Konf-GD - 16Unser ganzes Leben von Anfang bis Ende soll unter diesem Zeichen stehen: du bist mein Gott! Wir haben ein Gegenüber, einen, der uns von Anfang an kennt und begleitet, und der uns hört, wenn wir ihm etwas sagen. Das bedeutet eine große Kontinuität, eine Beständigkeit. Manche Menschen haben einen alten Freund oder eine Freundin, die sie schon ganz lange kennen. So kennt Gott unsere Lebensgeschichte, die äußere und die innere. Er wird den ganzen Weg mitgehen. Es gibt keine Situation, in der er sagen würde: das ist jetzt so verfahren, da bin ich auch ratlos, da musst du jetzt allein weitergehen.

Und wenn wir sagen: du bist mein Gott!, dann sagen wir: ich möchte das auch, dass du auf mich und meinen Weg schaust, ich möchte von dir behütet sein, ich möchte deinen Willen verstehen und tun, ich möchte mein Leben lang mit dir im Gespräch sein. Und das gibt uns eine große innere Stärke, wir werden dann viel weniger abhängig von dem, was Menschen über uns sagen.

Und dann kann man mit Psalm 28,7 – das ist der Spruch für Sophie – sagen:

Der Herr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen.

2015-04-26Konf-GD - 17Auch das ist wieder ein Vers, der über die innere Stärke redet, die wir wir durch Gott bekommen. Mir ist aufgefallen: Ganz viele von euch haben sich diesmal solche Konfirmationssprüche ausgesucht. Gott räumt uns nicht die ganzen Hindernisse aus dem Weg, wer das erwartet, hat ihn falsch verstanden. Aber er arbeitet an unserer inneren Stärke. Menschen können ganz viel ertragen und erreichen, wenn sie ein festes Herz haben.

Worauf unser Herz hofft, das entscheidet darüber was für Menschen wir sind. Manche Hoffnungen machen uns schwach, wenn wir z.B. hoffen, dass immer irgendjemand anders für uns die Probleme löst. Aber wenn wir Gott in unsere Lebenskalkulation einsetzen und in unsere Lebensziele aufnehmen und darauf vertrauen, dass er seine Rolle schon spielen wird, dann wird diese Zuversicht ein Schutzschirm. Und dann können wir viele Probleme dann anpacken, wenn sie dran sind – nicht vorher. Wir sparen uns die ganzen Sorgen, die wir uns sonst machen würden und sagen mit dem Konfirmationsspruch von Josefine (1. Petrus 5,7):

Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch!

2015-04-26Konf-GD - 18Was sind Sorgen? Sorgen sind Gedanken über Probleme, die wir in Zukunft vielleicht haben werden. Wir wissen nicht, ob es wirklich so kommt, wir können auch noch nichts tun, aber vorsichtshalber machen wir uns schon mal Gedanken, und die können uns ganz schön runter ziehen. Wir können über wesentlich mehr Probleme nachgrübeln, als in unserem ganzen Leben je haben werden. Jesus sagt: du kannst dir endlos Sorgen machen, aber du erreichst nichts damit.

Stattdessen sagt er: ihr habt einen Vater im Himmel. Und der sendet seinen Segen in die Welt, und wenn ihr euch Gedanken machen wollt, dann denkt daran, dass ihr diesen Segensstrom nicht unterbrecht. Achtet darauf, dass ihr offen bleibt für die Güte Gottes, die im Verborgenen immer noch die Schöpfung erfüllt. Und wenn wir nachts aufwachen und merken, wie sehr uns ein Problem beschäftigt, so dass es uns sogar den Schlaf raubt – dann sollen wir sagen: Gott, ich gebe dir jetzt meine Sorge, bitte kümmere dich darum, ich höre auf, das Problem lösen zu wollen und schlafe lieber. Und egal, ob es gerade Nacht ist oder Tag: viele Probleme lösen sich dann von selbst, und wenn nicht, dann haben wir nach einem guten Schlaf auch wieder die Kraft, sie anzugehen, sobald es dran ist.
Jesus weiß von dieser Güte der Schöpfung, weil er schon die neue Welt kennt, die Gott schafft.

Und deshalb sagt der Konfirmationsspruch, den Kira sich ausgesucht hat (Lukas 21,33):

Jesus Christus spricht: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht.

2015-04-26Konf-GD - 19Himmel und Erde, wie wir sie kennen, sind voller trauriger Ereignisse, voller Unglück und Gewalt. Immer wieder kommen Menschen an den Punkt, wo sie fragen: hat Gott das gewollt, als er die Welt schuf? Und tatsächlich: als Menschen sich von Gott abgewandt haben, da ist in der Welt etwas zerbrochen. Und das hat ihre Güte und Schönheit im Zentrum getroffen.

Deshalb ist Jesus gekommen, um diese Welt zu erneuern. Er sieht schon auf die neue Welt, wo es kein Leid, keine Unterdrückung und kein Unglück mehr gibt, wo wir das volle Leben leben werden, für das wir immer bestimmt waren. Aber das wird kein totaler Bruch sein, sondern es beginnt schon jetzt, verborgen in den Worten Jesu. Er hat ein neues Leben gelebt, er ist auferstanden und nun gehen seine Worte durch unsere Welt und lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Sie nehmen Gestalt an in Menschen, die von ihm bewegt sind, in denen er lebt. Sie wecken Glaube, Hoffnung und Liebe, von denen wir in Melissas Spruch hören (1. Korinther 13,13):

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

2015-04-26Konf-GD - 20Gott hat die Welt auf Liebe gebaut, sie ist die Grundkraft der Welt. Sie bleibt es auch, wenn die Welt, die wir kennen, erneuert wird. Liebe hält Ausschau nach den Anfängen dieser neuen Schöpfung, und das ist die Hoffnung. Sie vertraut Gott, dass er seiner Schöpfung und uns treu bleibt, und das ist Glaube.

Alles, was wir aus Liebe tun, das gehört schon zur neuen Welt. Es ist nie vergeblich, es bleibt, Gott bewahrt es für den Tag, an dem Himmel und Erde wieder zueinander finden. Und jetzt schon tut es uns gut, wenn wir lieben; jetzt schon bleibt unser Herz lebendig und stark, wenn es von Gottes Liebe erfüllt ist. Wir haben dann Anschluss an den verborgenen Segensstrom, der durch die Welt fließt. Und dieser Segen wirkt nur, wenn er fließt, wenn er weitergegeben wird. Das ist die verborgene Voraussetzung im Konfirmationsspruch, den Julie sich ausgesucht hat (Matthäus 7,12):

Alles nun, was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihnen auch!

2015-04-26Konf-GD - 21Im Hintergrund dieses Verses steht die Überzeugung, dass alles, was wir tun, auf verschlungenen Wegen zu uns zurückkommt. Nicht so, dass wir es genau berechnen könnten, aber die meisten von uns kennen wahrscheinlich den Satz: man sieht sich immer zweimal. Das heißt, es kann sein, dass dir ein Mensch in einer ganz anderen Lage wieder begegnet, und dann bist du froh, wenn du ihn beim ersten Mal gut behandelt hast.

Auch das ist nur ein Versuch, diesen Zusammenhang zu beschreiben: Mit dem, was wir tun und lassen, beeinflussen wir andere Menschen und die Schöpfung, es macht aber auch etwas mit uns selbst, und wir vermehren oder vermindern damit den Strom des Segens in der Welt. Wir durchschauen die Einzelheiten nie ganz, aber mit dem, was wir anderen tun, gestalten wir auch unser eigenes Leben. Deshalb: behandle die Menschen so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest. Schau dich selbst mit ihren Augen an. Dann lernst du, zu lieben. Und damit bleibst du Gott ganz nahe, wie es der Konfirmationsspruch von Lara sagt (1. Johannes 4,16):

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm.

2015-04-26Konf-GD - 22Der Ursprung der Welt und von allem was lebt ist Liebe. Gott wollte das Leben teilen, das in ihm war Zuerst waren wir ein Gedanke, den seine Liebe hervorgebracht hat. Und dann wurde eine ganze Welt daraus. Und sie funktioniert immer noch durch Liebe.

Auch wenn Menschen inzwischen misstrauisch geworden sind und glauben, sie kämen zu kurz, wenn sie nicht zuerst ihre eigenen Interessen durchsetzen. Aber die besten Dinge kommen immer noch zu uns als ein Geschenk der Liebe Gottes. Es fängt an mit unserem Leben, das uns geschenkt worden ist. Und unser Glück bleibt damit verbunden, dass uns freiwillig Liebe und Freundschaft geschenkt werden. Das kann sich bis heute keiner mit Geld erkaufen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man dieses Geschenk bekommt, kann man nur erhöhen, indem man selbst liebt.

Dann schließen wir uns an die Liebe an, aus der die ganze Schöpfung lebt und sind so Gott ganz nahe. Jedes Mal, wenn wir unser Herz hart machen, schließen wir auch die Tür für Gott ein Stück zu, aber wenn wir lieben, öffnen wir ihm die Tür, und dann kommt er und hilft uns, noch mehr in der Liebe verwurzelt zu sein.
Diese Liebe ist nicht einfach ein schönes Wort, sondern sie hat ein Gesicht und einen Namen. Das sagt uns der Vers, den Leonie zur Konfirmation bekommt (Johannes 14,6):

Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

2015-04-26Konf-GD - 23Die Liebe, die alles hervorgebracht hat und aus der die ganze Schöpfung lebt, ist an einer Stelle in der Welt sichtbar geworden: als Jesus unter uns gelebt hat, da war er die Verkörperung dieser Liebe. Den unendlichen und unsichtbaren Gott können wir nicht sehen und überschauen. Deshalb hat Gott sich in einem Menschen zusammengefasst. Er hat uns an diesem Menschen gezeigt, was Liebe wirklich ist.

Wenn Liebe kein schwammiges Gefühl bleiben soll, dann schau dir Jesus an, sein Leben und seinen Tod, und du siehst, wie Liebe aussieht in einer Welt voller Misstrauen, Neid und Gewalt. Wenn es Jesus nicht gäbe, dann wäre es sehr gewagt, zu behaupten, dass Gott voller Liebe ist. Aber als Jesus lebte, da wurde es für seine Freunde plausibel. Sie erkannten in ihm die Wahrheit über unsere Welt, und sie machten sich auf den Weg, um diese Wahrheit überall aufzuspüren. Die liegt ja nicht offen zutage, es gibt so viele Argumente dagegen. Erst wenn Menschen sich aufmachen und im Geist Jesu für die Heilung der Welt da sind, erst dann können wir im bunten Durcheinander Welt das Muster der Liebe erkennen, die Gott da hineingelegt hat. Jesus ist der Schlüssel dazu.

Dass das unser bester Schutz ist, das sagt nun noch einmal Jans Konfirmationsspruch (Psalm 28,7):

Der Herr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen.

2015-04-26Konf-GD - 24Wieder werden wir daran erinnert, dass Stärke und Schutz aus einem Herzen kommen, das lebendig und stark ist, weil es mit Gott verbunden ist. Nicht ein gepanzertes Herz, das ungerührt bleibt und sich nicht beeindrucken lässt, ist stark, sondern ein Herz, das mit lebendiger Liebe erfüllt ist und schenken und geben kann.

Diese Einsicht drängt sich nicht in den Vordergrund; viele versuchen uns zu überzeugen, dass wir zuerst für uns selbst sorgen sollten. Und dadurch wird die Not größer und das Leben wird ärmer. Sich stattdessen auf den verborgenen Segen zu verlassen, das braucht Glauben; und es braucht Mut. Aber so werden wir lernen, was Leben wirklich ist: ganzes, volles Leben, nicht mehr beschädigt und eingeschränkt, nicht mehr von Ablehnung und Ausnutzen entstellt, sondern Leben aus der Fülle Gottes und aus dem Strom seiner Liebe.

Auf diesem Weg sollst du, mögt ihr bewahrt bleiben. Es wird so vieles geben, von dem heute noch keiner von uns etwas weiß. Große Brüche und Umwälzungen, viele gute Überraschungen, aber auch erschreckende Ereignisse, von denen die Welt ja weiß Gott voll ist. Da brauchen wir alle ein festes Herz. Und so möge Gott euch behüten und euch dabei bewahren, dass ihr seinen Namen kennt und wisst, dass er alles immer noch in seiner Hand hat und dass ihr euch immer an ihn wenden könnt.

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