Der Weg der Liebe

Predigt am 21. April 2013 (Konfirmation) zu den Konfirmationssprüchen

Verfasser: Walter Faerber

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Heute ist ja nicht nur der Tag, auf den ihr im Konfirmandenunterricht fünf Jahre lang zugegangen seid. Auch eure Eltern und die anderen Verwandten und alle die zu euch gehören, machen sich ja wahrscheinlich schon seit längerer Zeit Gedanken über diesen Tag. Und dazu gehört auch der Gedanke: wie schnell ist die Zeit herumgegangen! Gerade eben noch waren sie in der vierten Klasse, im ersten Konfirmandenjahr, und jetzt werden sie schon konfirmiert.

Ja, wir alle entwickeln uns weiter und bei euch sieht man das am deutlichsten. Und die meisten von euch sind ja bei der Konfirmation der andern Gruppe vor einer Woche auch schon dabei gewesen und wissen was jetzt kommt: wir haben sogar ein Bild von eurer Einschulung 2005,Schulanfangsgottesdienst 2005 in Groß Ilsede und man kann viele von euch und von der Gruppe, die letzten Sonntag konfirmiert worden ist, noch ganz gut erkennen. Das seid ihr, vor knapp acht Jahren. Da habt ihr noch anders geguckt. Da war noch viel mehr offen. Mit jedem Jahr, das man älter wird, fallen Entscheidungen. Und die prägen uns. Manchem ist es vielleicht sogar ein bisschen peinlich, so ein altes Bild zu sehen und sich zu erinnern: ja, damals wusste ich so vieles noch gar nicht. Ich hab mir viel weniger Gedanken gemacht, wie ich auf andere wirke. Vieles konnte ich nicht. Gut, dass ich heute nicht mehr so niedlich bin.

Und trotzdem: wenn ihr jetzt oder später mal ein Bild von euch seht, wo ihr viel kleiner seid, dann seid nett zu dem kleinen Kerl, den ihr da seht. Seid freundlich zu dem kleinen Mädchen auf dem Bild. Mit dem müsst ihr ein ganzes Leben lang auskommen. Das kleine Kind, das wir mal waren, das begleitet uns für immer.
Vier VorkonfirmandinnenUnd das hat auch Vorteile: damals konntet ihr viel leichter und unbeschwerter fröhlich sein. Je älter man wird, um so mehr Gedanken macht man sich, und das ist ja auch gut und richtig. Aber es ist auch schön, wenn es unserem kleiner Kerl, der wir mal waren, oder dem kleinen Mädchen, mit dem wir uns ein Leben teilen, wenn es dem so gut geht, dass wir uns von dieser Fröhlichkeit anstecken lassen. Also freut euch, dass euch euer Leben lang die unbeschwerte Fröhlichkeit von Kindern begleitet. Das gehört zu euch, zu jedem von uns, und das kann immer wieder lebendig werden und uns fröhlich machen. Sogar, wenn einer auch Erinnerungen hat, die nicht so toll sind: wir haben trotzdem schon damals, als wir kleiner waren, ganz viel hingekriegt. 4b_800
Ihr merkt gerade, dass wir glücklicher Weise auch noch Bilder aus dem ersten Konfirmandenjahr gefunden haben, die letzte Woche nicht zu sehen waren, und die meisten von euch sind da drauf. Es ist gut, so zurückzuschauen. Wir alle waren nämlich auch damals, als wir viel jünger waren, schon ganz schön pfiffig. Manchmal hat es uns auch geholfen, dass wir vieles noch nicht wussten. Probleme, die man nicht kennt, die müssen einem auch noch keine Sorgen machen. Wir würden uns nicht unbedingt in diese Zeit zurück wünschen, aber es ist gut zu wissen, dass sie uns ein Leben lang begleitet. Zwei VorkonfirmandinnenUnd wir haben auch damals schon viel Energie gehabt. Wir brauchen uns also nicht zu schämen, dass wir mal viel kleiner und niedlicher waren – das geht allen Menschen so. Man muss sich gar nicht darum streiten, welches Alter besser ist – alle unsere Altersstufen begleiten uns sowieso ein Leben lang und sprechen mit. Jedes Alter hat seinen Sinn, und auch die Zeit, als wir noch ganz neugierig und erwartungsvoll und unbeschwert in die Welt gegangen sind und gar nicht ahnten, was alles auf uns zukommt, das war auch eine gute und wichtige Zeit.

Sie gehört zu uns, und deshalb sollen wir sie nicht merkwürdig oder peinlich finden, sondern fröhlich sagen: ja, auch das gehört zu mir, und das ist gut so. Auch das Unbeschwerte gehört mit hinein in mein Leben. Das Schwierige kommt schon früh genug.

Ihr habt dann ja auch tatsächlich erleben müssen, dass eine aus eurem Jahrgang nicht mehr lebt. Wir denken deshalb heute auch an sie, die eigentlich jetzt mit dabei sein sollte, und deren Leben viel zu früh zu Ende gewesen ist. Einfach abgebrochen, bevor man wirklich wissen kann, was für ein Mensch sie geworden wäre. So vieles, was vielleicht noch aus ihr geworden wäre, so viele gute Ideen, die wir nicht mehr gehört haben, so viele Verbindungen, die abrupt zu Ende gewesen sind. Das ist die dunkle Macht in der Welt, die auch unter uns Zerstörung angerichtet hat.

Aber wenn wir heute zusammen sind und euch und euer Leben vor Gott bringen, dann vertrauen wir auch eure verstorbene Mitkonfirmandin Gott an, mit all den Möglichkeiten, die noch vor ihr gelegen hätten. Jesus hat den Tod besiegt, er hat die Tür zu Gottes Welt geöffnet, und wenn die neue Welt anbricht, dann wird sich dort noch einmal ganz neu zeigen, wer wir sein sollten. Und auch sie und ihre Geschwister werden sich dann zu den Menschen entfalten, zu denen Gott sie berufen hat. Gott bleibt seinen Menschen treu, auch durch alle Zerstörung und alles Dunkel hindurch. Und deshalb sollen auch wir uns gegenseitig treu bleiben und uns gegenseitig helfen, unsere Berufung zu finden.

Auch eure ganze Konfirmandenzeit ist so ein Raum gewesen, in dem ihr etwas von dem Menschen entdecken solltet, zu dem Gott euch beruft. Das ist unsere verborgene Wirklichkeit, unser Geheimnis: dass Gott mit in unserem Leben drin ist und daran arbeitet, dass wir ihn kennen und der Mensch werden, zu dem er uns geschaffen hat. Am Ende dieser Zeitspanne habt ihr dann so ausgesehen:

Die Konfirmanden des Jahrgangs 2013 bei der Freizeit in Tettenborn

Das wart ihr bei der Konfirmandenfreizeit in Tettenborn. Da seht ihr schon ganz anders aus als 2008. Schon allein, weil ihr gewachsen seid. Aber auch, weil ihr jetzt schon wieder mehr vom Leben wisst. Mit jedem Jahr, das man älter wird, kann man mehr, man versteht mehr, man hat mehr Möglichkeiten, aber man erlebt auch genauso, dass die Welt nicht immer nur freundlich ist. Und in allem begleitet uns Gott und möchte, dass wir ihm in guten und in schweren Tagen immer tiefer verbunden sind.

Die Verbindung zu dieser verborgenen Wirklichkeit Gottes in eurem Leben, die deuten wir heute mit euren Konfirmationssprüchen an. Wenn wir euch heute segnen, dann machen wir damit deutlich: Ihr seid verbunden mit der großen Geschichte Gottes, vom Anfang der Schöpfung an bis zu dem Tag, an dem die neue Welt anbricht. Und ihr sollt davon wissen und sollt offen sein für den Strom seines Segens, der durch die Welt und durch uns alle hindurch fließt.

Und nun taucht in euren Konfirmationssprüchen ziemlich häufig das Stichwort »Liebe« auf. Nicht gleich bei allen, aber doch immer wieder. Und Liebe ist tatsächlich ein ganz zentrales Wort. Gott ist Liebe. So sagt es der Konfirmationsspruch von Antonia:

1. Johannes 4,16: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

Gottes innerstes Wesen ist Liebe. Das klingt für uns vertraut, aber das haben die Menschen früher nicht wirklich gewusst. Die alten Götter waren Verkörperungen unterschiedlicher irdischer Mächte: der Gott des Krieges, der Gott der Kaufleute, und, ja, auch eine Göttin der Liebe. Ab und zu hatten die sogar Konflikte miteinander.

Aber in Wirklichkeit ist unsere Welt gar nicht aufgeteilt und zerrissen zwischen unterschiedlichen Prinzipien, sondern es gibt ein Prinzip, das hinter allem steht: Liebe. Aus Liebe hat Gott die Welt ins Leben gerufen. Er wollte andere haben, mit denen er seine Freude teilen kann. Deswegen ist Liebe der Anfang von allem. Wir haben sie ganz am Anfang erlebt, als Gott uns ins Leben gerufen hat. Das werden wir nie vergessen. Deshalb sind alle Menschen auf der Suche nach Liebe. Sogar in Egoismus und Verbrechen kann man noch eine verirrte Suche nach Liebe erkennen, wenn man genau hinschaut. Aber in den Augenblicken, wo wir Gott erlauben, uns zu berühren und zu uns zu sprechen, da kommt die Liebe wirklich zu uns, und es sind unsere größten Augenblicke.

Liebe ist auch das Geheimnis, wie Gott uns stark macht und uns hilft. Davon hören wir im Spruch von Nick:

Psalm 28,7: Der Herr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen.

Gott hilft uns oft so, dass er uns stark macht. Aber es bleibt seine Stärke, die zu uns kommt, wenn wir mit Gott verbunden sind. Gottes Stärke ist nicht die Macht der Bankkonten oder der Gewehre. Gottes Stärke ist Liebe. Als die Christen erst eine winzige Minderheit im Römischen Imperium waren, da haben sie zusammengehalten und anderen geholfen, und damit waren sie auf die Dauer stärker als alle römischen Legionen. Auch wir können diese Stärke haben: wenn wir so mit Gott zusammengehören, dass seine Liebe in uns lebt. Ein Mensch mit einem festen Herzen, der weiß, dass Gott mit ihm ist, der wird seinen Weg finden und braucht sich keine Sorgen zu machen. Echte Stärke kommt aus dem Herzen. Und ein Herz, in dem Gottes Liebe wohnt, wird die Welt hell machen. Weil die Liebe immer noch das Grundmuster ist, nach dem die Welt funktioniert.

Liebe ist aber kein abstraktes Wort – ein Wort kann jeder so verstehen, wie er möchte. Gott hat stattdessen durch ein Menschenleben gezeigt, wie seine Liebe aussieht. Gott zeigt uns durch das Leben des Menschen Jesus, was er mit Liebe meint. Und der Konfirmations­spruch von Jan-Luca sagt, dass er so die ganze Welt hell macht:

Johannes 8,12: Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.
In Jesus sehen wir, wie die Welt eigentlich funktionieren soll: nicht als ständiger Kampf, wo jeder versucht, sich den meisten Einfluss, die meiste Aufmerksamkeit und die leichtesten Lasten zu sichern. Jesus gab den Segen und die Lebenskraft, die er hatte, großzügig weiter, er gab und schenkte. Er war bereit, mit anderen zu teilen, die vom Segen abgeschnitten waren. Und genau deswegen war er reich, weil er nichts ohne die anderen haben wollte, sondern nur mit ihnen. Und so wurde er ein Licht für alle anderen Menschen. An ihm sahen sie, wie ein gutes Leben voller Liebe und Segen aussieht.

Und durch ihn sahen sie, dass sie selbst auch so sein konnten. Wenn sie mit ihm gingen und von ihm lernten, dann färbte seine Art zu leben auf sie ab. Aber sie wurden dadurch nicht leer und ausgepowert, sondern sie lebten auf und ihr Leben wurde reich. Durch Schimpfen und Meckern wird nichts besser. Aber wenn du auf den Wegen Jesu gehst, dann wird das Leben hell.

Und das ist nicht nur eine glückliche Augenblickserfahrung, sondern das bleibt und begleitet uns in die Zukunft, und das sagt besonders der Spruch von Marthe:

1. Korinther 13,13: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.

Glaube, Hoffnung und Liebe hängen zusammen: Sie entscheiden darüber, ob wir glücklich und lebendig sind. Wir schauen immer auf die sichtbaren und zählbaren Dinge. Entscheidend ist aber, dass unser Herz lebendig bleibt.

Und dazu brauchen wir Glauben, nämlich ein Zutrauen in Gott und seine Welt. Ein Vertrauen, dass Liebe wirklich die Welt bewegt, und dass Gott unserer Liebe entgegen kommt. Ein Vertrauen in die fundamentale Güte der Schöpfung, auch wenn sie von Menschen beschädigt ist. Glaube vertraut darauf, dass Gottes Segensstrom immer noch durch die Welt fließt, und wenn wir in Liebe handeln, dann machen wir ihm die Schleusen weit auf.

Und dazu brauchen wir die Hoffnung, dass Gott seine Welt nie aufgeben wird. Gott ist nicht irgendwann so genervt, dass er sich eine neue Erde und eine neue Menschheit erschafft. Gott hält der Welt und den Menschen die Treue und gibt nicht auf. Und so wird er endlich und zuletzt alle Dunkelheit aus der Welt vertreiben, und dann kommen Himmel und Erde endlich zusammen, und alle werden sehen, dass die echte Liebe schon immer die verborgene Kraft war, die die Welt bewegt.

Dafür sucht sich Gott Verbündete unter den Menschen, denen seine Welt genauso am Herzen liegt. Er wartet auf die Antwort, die wir auf seinen Ruf geben. In dem Psalmwort, das Nils sich ausgesucht hat, hören wir, wie ein Mensch auf Gottes Ruf antwortet:

Psalm 31,15 + 16: Du bist mein Gott! Meine Zeit steht in deinen Händen.

Das ist ein großer Augenblick, wenn jemand den Gott der Bibel, den Vater Jesu Christi entdeckt und sagt: du bist es! Du und niemand sonst soll mein Gott sein! Das Wort »Gott« ist ja erst einmal eine Funktion, eine Aufgabenbeschreibung, so wie Bürgermeister oder Bundespräsident. Und so wie jeder Ort einen Bürgermeister hat, so hat jeder Mensch auch seinen Gott, nämlich jemanden oder etwas, was ihn antreibt, wofür er seine Kräfte einsetzt, was er als Sinn seines Lebens ansieht und was ihm am wichtigsten ist. Das kann sein Aquarium sein oder der Computer oder das Bankkonto oder die Familie oder sein Verein oder was auch immer.

Aber hier in diesem Psalm sagt einer: Du bist mein Gott, du, der die Liebe ist, du, der die Welt und mich geschaffen hat, der Vater des Lebens, du, dem ich in Jesus Christus begegnet bin, du bist mein Gott, und dir vertraue ich mich an. Meine Lebenszeit kommt von dir, du weißt, wie viele Jahre ich habe, und ich will diese Zeit aus deiner Hand entgegen nehmen. Ich will in meiner Lebenszeit von dir bewegt werden. Nicht andere Menschen entscheiden über meine Lebenszeit, sondern du, mein Gott.

Das gibt uns Mut und Unabhängigkeit von Menschen, und so hören wir noch einmal das Wort aus dem 28. Psalm, das sich auch Alexander ausgesucht hat:

Psalm 28,7: Der Herr ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen.

Genau der Gott, dessen innerstes Wesen Liebe ist, der ist auch unser bester Schutz. Wir sind stark, wenn wir in Gottes Liebe verankert sind und das wissen.

Wer immer um sich selbst kreist, macht sich viele Sorgen. Wer das Wohl anderer im Auge hat, der bekommt einen weiten Horizont und lernt, dass es in der Welt viele Kräfte des Guten gibt, die uns helfen. Die muss man manchmal erst entdecken; aber wenn du von Liebe bewegt bist, dann bekommst du Augen für die vielen guten Mächte, die Engel Gottes und all die Menschen, die den Segen weitergeben.

Gott gibt uns aber die innere Stärke und die äußere Hilfe nicht im Voraus, so dass wir sie sozusagen bunkern könnten. Er gibt uns das alles dann, wenn wir es brauchen, nicht früher. Er möchte, dass wir seine Hilfe immer wieder neu aus seiner Hand entgegen nehmen. Meistens wissen wir auch vorher nicht, wie die Hilfe aussieht. Aber wir werden sie wirklich bekommen, wenn wir sie brauchen und erbitten. Denn, und daran erinnert uns noch einmal der Spruch von Kimberly, Gott ist Liebe und lässt uns nicht im Stich:

1. Johannes 4,16: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

In diesem Vers steckt noch etwas, über das wir bisher noch nicht gesprochen haben. Man könnte sagen: Gott und wir sollen gegenseitig jeweils beim anderen zu Besuch sein. Wir bleiben in Gott, mit ihm verbunden, auf seinen Wegen. Und Gott wohnt in uns durch seinen Heiligen Geist. Wir durchschnittlichen Menschen sollen der Ort sein, wo Erde und Himmel sich jetzt schon begegnen. Wenn wir in der Liebe leben, wie wir sie bei Jesus lernen, dann öffnen sich Türen zwischen der Welt, die wir kennen, und der Welt Gottes, und sein Segen kommt zu uns, und wir geben ihn weiter.

Die Macht der Liebe, die Gott uns gibt, die ist für jeden von uns. Die allermeisten von uns werden ja nie in die Führungsetagen der Macht vordringen, wo die Milliarden hin und her geschoben werden und über das Schicksal ganzer Länder entschieden wird. Aber gerade in den Führungsetagen haben sie meistens keine Ahnung von dieser anderen Art von Macht, die Gott uns einfachen Menschen anvertraut. Diese Art von Macht überrollt niemanden und sie verdirbt nicht den Charakter, im Gegenteil. Es war Gottes Absicht, die Welt gerade auf diesem Weg zu erneuern, mit uns normalen Menschen, denen das keiner zutrauen würde. Und von diesem Weg Gottes redet nun auch der Spruch von Jannis:

2. Samuel 22,31: Gottes Wege sind vollkommen, des Herrn Worte sind durchläutert. Er ist ein Schild denen, die ihm vertrauen.

Manchmal fragen wir uns, weshalb Gott bloß diesen langen Weg geht, um seine Welt zurückzuholen. Einen langen, mühsamen Weg mit Menschen wie uns. Durch so viele Irrungen und Wirrungen hindurch, und auch durch so viel Dunkelheit und Schmerzen. Gibt es wirklich keine Abkürzung? Könnte er nicht wenigstens manchmal ein ganz klein wenig mehr von seiner Macht einsetzen, um diese Welt heller und freundlicher zu machen?

Aber Gott hat sich für den Weg der machtlosen geduldigen Liebe entschieden, weil das die einzige Art ist, wie Menschen zum Guten verändert werden können. Mit Gewalt, Macht und Bomben haben es andere schon oft genug versucht, und sie haben dabei schreckliche Dinge angerichtet.

Deswegen sind Gottes Wege anders. Sein Weg der Liebe ist der vollkommene Weg. Das ist der Weg Jesu. Er passt zu der Welt, wie Gott sie geschaffen hat. Jesus erinnert die ganze Welt und jeden von uns daran, dass wir aus Liebe geschaffen sind und die Sehnsucht nach dieser Liebe unauslöschlich in unser Herz geschrieben ist. Und er möchte, dass wir uns für ihn öffnen und von der Liebe bewegt werden, die diese Welt und uns alle ins Leben gerufen hat. Das ist unsere große Berufung. Wenn wir darauf hoffen, ist das unser Schild und unser Schutz.

Man muss ein ganzes Leben lang lernen, auf diesem neuen Weg zu gehen. Und man lernt immer noch dazu. Aber jeder Weg besteht aus vielen kleinen und großen Schritten. Und einer von diesen Schritten soll heute eure Konfirmation sein: ihr sollt tiefer verbunden werden mit Gott und seiner Liebe, die sich in Jesus Christus endgültig zu erkennen gegeben hat.

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