Wege des Segens

Predigt am 14. April 2013 (Konfirmation) zu den Konfirmationssprüchen

Verfasser: Walter Faerber

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Heute bündelt sich alles, was ihr in eurer Konfirmandenzeit seit 2008 miteinander erlebt habt. Sehr schnell sind diese fünf Jahre vergangen seit ihr damals in der 4. Klasse zu eurem ersten Konfirmandenjahr kamt.

Aber heute schauen wir zuerst noch ein bisschen weiter zurück. Wir haben nämlich noch ein älteres Bild gefunden, auf dem eine ganze Menge von euch drauf sind, und das ist ein Bild von eurer Einschulung:

SchAnf20052005 war das, und man kann viele von euch und von der Gruppe, die nächste Woche konfirmiert wird, noch ganz gut erkennen. Vielleicht kommt ihr euch ja sogar komisch vor, wenn wir heute die alten Bilder von damals anschauen. Aber das seid ihr, vor knapp acht Jahren. Irgendwie guckt man da noch anders in die Welt. Vielleicht kann man sagen: heute habt ihr mehr Kräfte und Möglichkeiten und wisst auch mehr über die Untiefen und die Chancen des Lebens. Vor acht Jahren, hat man vielleicht den Eindruck, da wart ihr einfach so, wie ihr wart und habt weniger Abstand zu dem jeweiligen Augenblick gehabt.

Heute habt ihr schon mehr erlebt und ihr habt mehr Erfahrung damit, dass man nicht ewig derselbe Mensch bleibt, sondern wir verändern uns und die Zeiten verändern sich. Und wir brauchen uns nicht zu schämen, dass wir einmal viel kleiner und niedlicher waren – das geht allen Menschen so. Jedes Alter hat seinen Sinn, und auch die Zeit, als wir noch ganz neugierig und erwartungsvoll und unbeschwert in die Welt gegangen sind und gar nicht ahnten, was alles auf uns zukommt, das war auch eine gute und wichtige Zeit. Und wir alle tragen sie immer noch in uns mit herum. Sie gehört zu uns, und deshalb sollen wir sie nicht merkwürdig oder peinlich finden, sondern fröhlich sagen: ja, auch das gehört zu mir, und das ist gut so.

Aber ihr seid natürlich älter geworden, und drei Jahre später – 2008 – kamt ihr dann zum Vorkonfirmandenunterricht. Und wir haben auch noch Bilder von den Gruppen, in denen ihr damals zusammen wart:

Konf2013Gr1Das war die eine Gruppe. An diesem Tag habt ihr ein großes gemeinsames Bild von der Schöpfung gemalt. Man merkt deutlich: ihr seid schon älter geworden. Da zeigt sich schon wieder ein Stück mehr von den Menschen, zu denen ihr euch entwickelt. Ihr guckt schon anders, wenn auch noch nicht so wie heute.

Konf2013Gr2Das ist die zweite Gruppe. Auch ihr habt das Bild von der Schöpfung dabei. Und auch hier sieht man wieder die Eltern, die von Anfang an im Unterricht dabei waren. Das ist ja wirklich ein großer Vorteil gewesen, dass insgesamt ziemlich viele Eltern beim Unterricht mitgemacht haben. Bei euch sind etwa von der Hälfte aller Familien irgendwann einmal auch Erwachsene in der Konfirmandenarbeit dabei gewesen. Und auf diesem Bild ist sogar eine kleine Schwester als Gast dabei, die heute selbst richtige Konfirmandin im ersten Jahr ist.

Konf2013Gr3Und hier die dritte Gruppe. Aber eure Gruppe hat sich in den Jahren ja auch verändert. Einige sind nicht mehr dabei oder schon im letzten Jahr konfirmiert, aber wir haben auch Zuwachs bekommen.

Und wir erinnern uns heute auch daran, dass wir im vergangenen Jahr jemanden richtig verloren haben. Ich glaube, das waren Tage, die wir alle so schnell nicht vergessen werden. Viele von uns sind immer noch sehr traurig und erschrocken, wenn wir daran denken, wie eine Konfirmandin aus unserer Mitte gerissen worden ist. Da ist eine unter uns, für die einen ist sie die beste Freundin, andere haben sich auch mal mit ihr gestritten, wieder andere haben gar nicht so viel mit ihr zu tun gehabt: wie das eben so ist, wenn man gemeinsam in einem Ort groß wird. Aber dann haben wir erlebt, dass auch in Ilsede, wo wir wohnen, auch mit ganz jungen Menschen, so etwas Schlimmes passieren kann. Und viele von euch haben ganz viel darüber nachgedacht, haben geweint und ihr Grab besucht, und auch das gehört jetzt zur Geschichte, die wir hier miteinander erlebt haben.

Und wenn wir heute hier zusammen sind und euch und euer Leben zu Gott bringen, damit er es segnet, dann bringen wir auch diese Erinnerungen mit, weil sie zu uns gehören und es keinen Sinn macht, sie zu ignorieren. Und wir bitten Gott, dass er sogar durch solche schrecklichen Erfahrungen hindurch uns alle freundlicher und nachdenklicher macht, und wir vertrauen darauf, dass eure Mitkonfirmandin und ihre Geschwister jetzt bei Gott leben und darauf warten, dass die Welt erneuert wird und am Ende auch der Tod überwunden ist. Bei Gott geht nichts und niemand verloren. Das ist der eigentliche Grund, weshalb wir auch keinen Menschen, egal wen und warum, verloren geben.

So hat euer zweites Konfirmandenjahr auf eine ganz besondere Weise begonnen. Nicht, dass wir immer wieder darüber gesprochen hätten, aber all das hat uns in dieser Zeit begleitet. Und wir sind in diesem Jahr trotzderm auch mit ganz vielen guten Erfahrungen miteinander beschenkt worden, zum Beispiel bei der Konfirmandenfreizeit. Manchmal macht man gute Erfahrungen miteinander gerade dann, wenn es Probleme gibt, auch solche Probleme wie Viren, Kälte und Schnee.

Die Konfirmanden des Jahrgangs 2013 bei der Freizeit in Tettenborn

Die Konfirmanden des Jahrgangs 2013 bei der Freizeit in Tettenborn

Auf jeden Fall, das wart ihr bei der Konfirmandenfreizeit. Da seht ihr schon ganz anders aus als 2008. Schon allein, weil ihr gewachsen seid. Aber auch, weil ihr jetzt schon wieder mehr vom Leben wisst. Mit jedem Jahr, das man älter wird, kann man mehr, man versteht mehr, man hat mehr Möglichkeiten, aber man erlebt auch genauso, dass die Welt nicht immer nur freundlich ist. Allmählich lernt man auch Schmerzen und Enttäuschungen kennen, von denen man als Kind höchstens geahnt hat.

So hat jeder Mensch ein Geheimnis, und das hängt damit zusammen, dass in der Lebensgeschichte jedes Einzelnen Gott schon immer mit dabei ist. Wir sind mit unserem Leben Teil der großen Geschichte, wie Gott durch die Welt geht und sich seine Welt auf einem langen Weg zurückholt: indem er unser Leben teilt, auch unsere Mühen und Schmerzen teilt, uns Hoffnungen und Träume schenkt und uns mit seinem Heiligen Geist berührt. Und irgendwie reagieren wir darauf. Das ist unsere verborgene Geschichte: wie wir auf Gott in unserem Leben reagieren. In dieser verborgenen Geschichte entscheidet sich, was für ein Mensch wir sind und werden.

Die Verbindung zu dieser verborgenen Wirklichkeit, die deuten wir heute mit euren Konfirmationssprüchen an. Wenn wir euch heute segnen, dann machen wir damit deutlich: Ihr seid verbunden mit der großen Geschichte Gottes, vom Anfang der Schöpfung an bis zu dem Tag, an dem die neue Welt anbricht. In dieser Geschichte sind wir sowieso alle drin, mit ganz unterschiedlichen Rollen, aber ihr sollt davon wissen und sollt offen sein für den Strom seines Segens, der durch die Welt und durch uns alle hindurch fließt.

Und es ist der Konfirmationsspruch von Christian, in dem dieser Segen deutlich versprochen wird:

1. Mose 12,2: Gott sagt: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.

Das hat Gott zum ersten Mal zu Abraham gesagt, als er mit ihm einen Bund schloss, um den Segen von neuem in die Welt zu bringen. Segen ist ein Strom, der fließen soll. Wenn Gott uns mit Segen beschenkt, dann soll der durch uns weiter fließen. Erinnert euch an die Geschichte von Henri Nouwen, die wir beim letzten Konfirmandenvormittag gelesen haben, von der Gemeinschaft, in der Behinderte und nicht Behinderte zusammen lebten, und wie die ganze Gemeinschaft in Bewegung kam, als da auf einmal bei Johnny der Segen so deutlich ankam und er es in seinem Herzen richtig spürte und sich freute und dann alle anderen ebenso gesegnet werden wollten! So ist das gemeint mit dem Segen, dass er erst uns erreichen soll und uns mit Freude und Kraft erfüllt, und dann auch andere. Segen soll weitergehen, und wir sollen es wissen und wollen. Wir sollen Menschen des Segens sein. Und auf diese Menschen des Segens achtet Gott auf besondere Weise, wie es der Spruch von Fabian sagt:

Psalm 91,11-12: Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deine Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Gott ruft uns auf diesen Weg des Segens, der die Welt heilen soll. Es ist der Weg, den Jesus uns vorangegangen ist. Ein Weg der Barmherzigkeit und der Anteilnahme an den Mühen und Schmerzen der anderen, und ein Weg der Freiheit von den zerstörerischen Mächten, und auf diesem Weg sollen wir behütet sein. Gott lässt uns nicht aus den Augen, er schaut auf uns und umgibt uns mit den Kräften der unsichtbaren Welt. Wir sollen lernen, auf das Unsichtbare zu hoffen: auf das, was noch nicht da ist, aber schon ganz nahe: eine Welt, in der niemand mehr auf Kosten anderer leben will. Jesus ist gekommen, damit es diese Welt jetzt schon an vielen Stellen gibt. Wir sollen schon jetzt ein Teil dieser Welt sein, ein Vortrupp des Lebens. Und weil das gefährlich aussehen kann und manchmal auch tatsächlich schwer ist, deshalb sendet uns Gott seine Engel. Sie verbinden Himmel und Erde. Sie sollen uns immer wieder daran erinnern, dass Liebe die Grundkraft ist, die immer noch diese ganze Welt lebendig hält. Und es ist richtig, sich dieser Kraft anzuvertrauen, denn wer liebt, der ist dadurch geschützt. Und diese Welt der Liebe ist unsere wahre Heimat.

Das wird noch einmal unterstrichen im Konfirmationsspruch von Jessica:

1. Korinther 13,13: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.

Glaube, Hoffnung und Liebe entscheiden darüber, ob wir glücklich sind, ob wir lebendig sind. Nicht die sichtbaren Dinge sind entscheidend, sondern was unser Herz bewegt.

Glauben heißt, dass wir tief in uns verwurzelt sind in einem Zutrauen in Gott und seine Welt. Und dann findet man Liebe und Hoffnung auch da, wo man es zuerst gar nicht vermutet hat. Wir sollen wissen, dass es in der Welt trotz allem einen Segensstrom gibt, von dem wir bis heute leben. Dem sollen wir vertrauen, mit ihm rechnen und ihn nicht verschmutzen oder verengen.

Gott hat die Welt auf Liebe gebaut. Liebe schenkt und gibt, ohne nachzurechnen. Diese Liebe wünschen wir uns alle. Wir können Liebe verzerren oder entstellen, aber wir können nichts daran ändern, dass die Sehnsucht nach Liebe alle Menschen und alle Lebewesen bewegt. Ein Leben lang suchen wir nach der Liebe, die uns ins Leben gerufen hat. Keiner kriegt es hin, so unabhängig zu werden, dass er keine Liebe braucht. Aber diese Liebe fließt immer noch durch Gottes Welt. Wir werden nicht leer ausgehen, wenn wir darauf hoffen.

Denn sie ist tief verwurzelt in Gott selbst, und das sagt der Spruch von Antonella:

Jesaja 41,14b: Ich helfe dir, spricht der Herr, und dein Erlöser ist der Heilige Israels.

Gott will der Gott von Menschen sein, und deshalb spricht er uns so direkt an. Gott hat sich entschieden, dass er nie ohne seine Menschen sein will, dass er uns zur Seite steht und uns hilft. Der Name »Jesus« heißt übersetzt: Gott hilft. Also ist sozusagen verborgen in deinem Spruch Jesus schon mit dabei. Und es geht nicht nur allgemein um Hilfe und Unterstützung, sondern ein Erlöser ist einer, der Menschen befreit aus Gefangenschaft, aus bedrückenden Lagen, dann, wenn sie irgendwie unter die Räder gekommen sind, weil es hier in unserer Welt Mächte gibt, gegen die ein einzelner Mensch allein nicht ankommt.

Aber Gott möchte mit uns in einer so festen Freundschaft leben, dass seine Freiheit zu uns kommen kann und uns stark macht. Dieser Spruch von Jesaja stammt aus einer Zeit, als sein Volk schon dachte, sie wären nur noch ein Auslaufmodell, das keine Zukunft mehr hätte. Und ihnen sagte der Prophet: ihr liegt Gott am Herzen. Nie wird er euch aufgeben, und deshalb sollt ihr euch auch nicht aufgeben. Und so hält Gott uns fest durch seine Zusage: ich helfe dir.

Wir sollen das wissen und darauf antworten mit unserem Vertrauen, und das sagt besonders der Spruch von Malte:

Offenbarung 3,20: Jesus Christus spricht: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an!

Als Gott Mensch wurde und in Jesus unter uns lebte, da hat er sich sozusagen ganz klein gemacht, um uns nahe zu kommen. Der große Gott kommt und läuft uns kleinen Menschen hinterher, weil ihm so viel an uns liegt. Jesus benimmt sich, als ob er der Bittsteller wäre, der an die Tür klopft, um hereingelassen zu werden.

Jesus sagt: ich breche nicht die Tür auf, sondern ich klopfe, weil ich euch eure Würde lasse, euren Entscheidungsspielraum. Ich will niemanden überwältigen, sondern ich möchte mit deiner Zustimmung in dein Leben hineingehören. Ich will nicht, dass du aus Angst zu mir gehörst oder weil du denkst, du müsstest das, sondern ich möchte, dass du selbst ein Mensch des Friedens und der Liebe werden willst, jemand, der auf die verborgenen Segensflüsse achtet, die durch die Welt strömen. Ich möchte, dass du von mir lernst, dass es immer noch Liebe ist, die die Welt in der Tiefe bewegt und heilt. Aber diese Wege können nur Menschen gehen, die es selbst wollen, und deshalb bitte ich dich: mach dein Herz auf für mich!

Über diese Wege heißt es im Spruch vom Alessa:

2. Samuel 22,31: Gottes Wege sind vollkommen, des Herrn Worte sind durchläutert. Er ist ein Schild denen, die ihm vertrauen.

Gottes Wege sind vollkommen, weil sie zu der Welt passen, die er geschaffen hat. Er hat die Welt aus Liebe geschaffen, und wenn wir Jesus auf den Wegen der Liebe nachfolgen, auf dem Weg des Segnens und Schenkens, dann wird er uns beschützen. Manchmal fragt man sich: stimmt das wirklich? Man muss da oft erst einen mutigen ersten Schritt des Vertrauens tun, aber wir werden merken, dass wir bei Gott nicht zu kurz kommen. Das kann man nicht beweisen wie etwa das Gesetz der Schwerkraft, das für alle gilt, egal ob sie davon wissen oder nicht. Aber immer wieder haben Menschen auf Gott gehört und sind nicht enttäuscht worden.

Gott will uns durch seine Worte beschützen. Wenn wir seine Stimme hören, dann kann er unser Herz so fest machen, so gesund und stark, dass wir auch schwierige Lagen bestehen können. Seine Worte sind kostbar, alles Überflüssige ist da weggelassen – das ist der Sinn des alten Wortes »durchläutert«. Worte sind nicht schwach, sondern sie formen Menschen, sie formen die Welt. Und so ist Gott unser Schild und Schutz.

Das gibt uns ein festes, mutiges Herz und hilft uns, auch in Unsicherheit und Angst den richtigen Weg zu gehen. So sagt es der Konfirmationsspruch von Sophie:

Johannes 16,33: Jesus Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Wir leben in einer Welt, in der es viele Gründe gibt, Angst zu haben. Das ist nicht aus der Luft gegriffen. Und bloß zu hoffen, dass es schon nicht so schlimm kommen wird, ist ein ziemlich schwacher Trost. Jesus sagt etwas anderes: mitten in dieser gefährlichen Welt habe ich trotzdem ein Leben gefunden, das auch in Gefahr und Bedrängnis Bestand hat. Sogar als Jesus grausam sterben musste, hat er an diesem Leben festgehalten und er hat es durchgehalten bis zuletzt. Er hat die Welt überwunden, das bedeutet: er hat sich durch allen Druck nicht von seinem Weg des Lebens abbringen lassen. Und darauf hat Gott geantwortet und hat ihn vom Tod auferstehen lassen. Am Ende hat sich gezeigt, dass Jesus den richtigen Weg gegangen ist. Man überwindet die Welt, indem man anders lebt, indem man sich nicht den zerstörerischen Mächten unterwirft, indem man an der Liebe und der Barmherzigkeit festhält. Das war der Weg von Jesus. Und so hat er auch für uns einen Weg geöffnet. Einen Weg, auf dem auch wir immer wieder die Angst überwinden werden.

Und dazu kann auch der Spruch von Katja beitragen:

Psalm 23,1: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Unsere echte Sicherheit finden wir nicht in uns, und auch nicht in äußeren Schutzmaßnahmen. Das haben Menschen immer wieder lernen müssen, dass alle äußere Sicherheit schnell schwinden kann, und wir selbst sind so abhängig von unseren Stimmungen, die uns gerade mal wieder im Griff haben. Deswegen lenkt die Bibel unseren Blick immer wieder auf dieses Gegenüber Gottes. Wir sind so geschaffen, dass wir im Kern unserer Person auf ein Du ausgerichtet sind, wir schauen aus nach einem Gegenüber, und irgendwann kommen wir darauf, dass Menschen uns nicht die verlässliche Sicherheit geben können, die wir uns eigentlich wünschen. Menschen sind genauso begrenzt wie wir selbst, und wir brauchen den göttlichen Hirten, dessen freundlichen Blick wir Tag für Tag auf unserem Leben spüren. Gott, der uns geschaffen hat und uns kennt und weiß, was wir brauchen, um unsere Berufung zu finden und zu leben.

Und der Konfirmationsspruch von Linda sagt uns, dass es kein Geschöpf und keine Macht gibt, die zwischen Gott und uns treten könnte:

Römer 8,38-39: Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn.

Es gibt so viele Kräfte und Mächte in der Welt, große und kleine, Geld, Politik, Gewalt, Stimmungen jeder Art, und wir haben manchmal das Gefühl: das schleudert mich rauf und runter, und ich komme mir vor wie ein Spielball von Gewalten, die viel stärker sind als ich. Deswegen sagt Paulus: nichts davon kann dich so von der Liebe Gottes trennen, dass du sagen müsstest: diese ganzen Ideen von dem Weg mit Jesus und dem Heilwerden durch Geben, das mag bei anderen funktionieren, aber bei mir hat das keinen Zweck! Nein, sagt Paulus, ich zähle schon mal vorsichtshalber alles auf, es gibt nichts in dieser Welt, wirklich gar nichts, bei dem man sagen müsste: da kommt Gott nicht gegen an. Die Liebe Gottes ist überall in dieser Welt zugänglich, und du kannst dich ihr anvertrauen. Sie wird überall ihre Kraft entfalten, im Kleinen und im Großen. Selbst der Tod konnte Jesus nicht stoppen. Es ist, als ob Jesus sich entschlossen hätte, zu beweisen, dass man die Liebe nicht töten kann, und wenn man sie kreuzigen würde, würde sie mit Sicherheit von den Toten auferstehen. So kam es, und das hat dem Tod das Genick gebrochen.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, damit wir Menschen sind, die von dieser Liebe bewegt werden, dafür sollen wir mit Gott zusammengehören, dafür sollen wir von Jesus lernen, und dafür sollt ihr heute euer Herz öffnen.

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