Im Krankenhaus

Sketch über Kommunikationspannen

Personen:
Schwester
Patient

Krankenhausumgebung. Schwester kommt mit Tablett, Wasserglas, Tableten, Thermometer.

 

Schwester:    So, jetzt nehmen wir unsere Tabletten, und dann werden wir schön schlafen!

Patient:         Warum nehmen wir denn die Tabletten?

Schwester:    Das sagte ich doch eben - damit wir schön schlafen!

Patient:         Ja, ist denn das erlaubt?

Schwester:    Was soll denn daran nicht erlaubt sein?

Patient:         Na, daß Sie jetzt ins Bett gehen!

Schwester:    Ich gehe doch jetzt nicht ins Bett. Ich habe Nachtdienst!

Patient:         Um Gottes Willen, dann können Sie doch keine Tabletten nehmen!

Schwester:    Wie kommen Sie denn darauf, daß ich eine Tablette nehmen will?

Patient:         Nein, nicht eine ganze, aber Sie wollten doch die Hälfte von mir, und dann wollten wir schön schlafen!

Schwester:    Sagen Sie, ist Ihnen nicht gut? Haben Sie Fieber?

Patient:         Mir ist gut! Aber Sie sind doch hier reingekommen und haben gesagt, daß wir jetzt unsere Tablette nehmen wollen. Ich hätte Ihnen auch die Hälfte der Tablette abgegeben. Aber Sie haben ja Nachtdienst!

Schwester:    Das haben Sie vollkommen falsch verstanden!

Patient:         Haben Sie denn kein Nachtdienst?

Schwester:    Natürlich habe ich Nachtdienst. Deshalb bringe ich ja die Tabletten!

Patient:         Bringen Sie das nicht ein bißchen durcheinander?

Schwester:    Ich bringe überhaupt nichts durcheinander! Wir nehmen jetzt die Tablette, und dann machen wir das Licht aus!

Patient:         Nein, bitte nicht Schwester, erstens haben Sie Nachtdienst, und zweitens kann jemand reinkommen!

Schwester:    Ich glaube, wir müssen doch mal Fieber messen!

Patient:         Ja, Sie zuerst!

Schwester:    Wieso ich?

Patient:         Ja, also zuerst messen Sie Fieber, und dann ich!

Schwester:    Warum denn ich?

Patient:         Weil ich weiß, daß ich keins habe!

Schwester:    Dann wollen wir mal den Puls fühlen.

Patient:         Gegenseitig?

Schwester:    Wenn Sie nicht vernünftig werden, müssen wir den Professor rufen.

Patient:         Ich rufe nicht mit!

Schwester:    Nehmen Sie jetzt eine Tablette oder nicht?

Patient:         Wollen Sie denn nichts mehr abhaben?

Schwester:    Ich will, daß Sie jetzt die Tablette nehmen, daß Sie nichts mehr fragen, daß Sie sich schön ausstrecken, sich gut zudecken und dann lange und tief schlafen. So, und nun wünsche ich Ihnen eine recht gute Nacht!

Patient:         Danke Schwester, das ist wirklich sehr lieb von Ihnen!

Schwester:    Ist doch selbstverständlich - wo wir doch morgen operiert werden!