Männer und Frauen - eins in Christus

Theaterszene für den Besondern Gottesdienst am 13.05.2001

 
Personen:

Paulus, Apostel, z.Zt. in Korinth
Tertius, professioneller Schreiber, Christ, aus Korinth

Tertius: Guten Morgen, Paulus!
Paulus: Guten Morgen, Tertius!
Tertius: Na, wirst du heute fertig, Paulus?
Paulus: Ich glaub schon. Heute kommt noch das Persönliche.
Tertius: Da kann aber auch noch was danebengehen!
Paulus: Ich glaube nicht. Du kennst doch fast alle, denen ich noch was persönliches schreibe. Bei denen nicht. Wann fährt Phöbe eigentlich?
Tertius: Das hängt von dir ab. Wenn du heute fertig wirst, kriegt sie noch die Direktverbindung nach Rom. Aber sie wartet auf deinen Brief, dass sie ihn mitnehmen kann. Sonst muss sie mit so einem alten Frachter die Küste entlang zuckeln.
Paulus: Na gut, dann wollen wir mal. Fangen wir doch gleich mit Phöbe an!
Tertius: Ich bin klar!
Paulus: Also ... Ich lege euch unsere Schwester Phöbe ans Herz. Sie ist Mitarbeiterin der Gemeinde in Kenchreä. ... Meinst du, die wissen, dass der Hafen hier so heißt?
Tertius: Das wissen sie sogar in Rom.
Paulus: Gut. Also: Gebt ihr Quartier. Sie arbeitet für Jesus. Behandelt sie so, wie man das unter uns macht. Gott hat uns auserwählt und erneuert. Unterstützt sie bei allem, was sie vor hat! Ich glaube, mehr kann ich nicht schreiben, was meinst du?
Tertius: Nein, man weiß nie, wem das in die Hände fällt. Mach dir keine Sorgen, Phöbe kann selbst sagen, was sie will.
Paulus: Das stimmt! Hast du mal gehört, wie sie damals durchgekommen ist, als sie mich in Ephesus eingesperrt hatten?
Tertius: Nein, damals war ich noch nicht dabei, aber das kann sie.
Paulus: Ich weiß nicht, wie sie das macht, aber wenn die einen von diesen Aufpassern anguckt, dann schmilzt der wie Butter in der Sonne. Damals in Ephesus, da hatte ich so einen ganz scharfen, der hat sich immer tierisch angestellt. 'Wir haben hier kein Sanatorium, dies ist ein Hochsicherheitstrakt' und so, aber wenn Phöbe kam, hat er ihr aus der Hand gefressen. Und was hat sie mir alles reingeschmuggelt hat! Ich hatte immer Post, die neuesten Zeitungen, Geld, alle Bücher, die ich brauchte - wenn die eine Zellendurchsuchung gemacht hätten, ich glaube, die wären im Dreieck gesprungen. Aber es ist nie was passiert. Das ist Phöbe. Meine ganze Post hat sie rausgebracht, jeden Tag, und sie ist nie erwischt worden.
Tertius: Kannst du das schreiben?
Paulus: Warte mal ... Sie hat schon vielen geholfen, auch mir. Ich glaube, das reicht, das müssten sie verstehen. Ich kann ja jetzt bei Priska und Aquila mehr schreiben. Herzliche Grüße auch an Priska und Aquila, meine alten Kampfgefährten für Jesus. Sie haben nie gezögert, für mich ihr Leben zu riskieren. Nicht nur ich danke ihnen, sondern alle Gemeinden hier. Wenn ich dran denke, wieviele Hausgemeinden die beiden gegründet haben, es ist unglaublich. Die müssen nur ein paar Wochen in einer Stadt sein, und es gibt garantiert ein Haus, wo gebetet, gesungen, diskutiert und gefeiert wird.
Tertius: Priska geht auf die Leute zu und redet ganz harmlos, und am Ende fragen sie sich: gab es eigentlich schon mal eine Zeit, wo ich nicht dauernd über Jesus nachdachte? Und wenn sie was erklärt, dann ist es jedem klar, und alle sind völlig überzeugt. Während er ja eher ein bisschen im Hintergrund steht.
Paulus: Aquila fällt nicht so auf, aber wenn du die beiden länger erlebt hast, dann merkst du, wie sie im Team arbeiten. Er ist mehr der Ruhige im Hintergrund, aber er sorgt ganz stark für den Rahmen. Haben sie in Rom jetzt eigentlich auch schon wieder eine Gruppe?
Tertius: Klar! Als sie ankamen, haben sie gleich ihre ganzen alten Beziehungen aktiviert, aus der Zeit vor ihrer Flucht.
Paulus: Dann schreib noch dazu: Herzliche Grüße auch an alle, die sich bei ihnen zur Gemeinde treffen! Und dann weiter: Lieber Epainetus, herzliche Grüße an dich, mein Freund. Du warst der erste in der ganzen Provinz Asien, der auf mich gehört hat, als ich Menschen für Christus suchte. Und Grüße an Maria, die an euch so viel gearbeitet hat.
Tertius: Das hat sie wirklich!
Paulus: Herzliche Grüße auch an Andronikus und Junia. Uns verbinden zwei Dinge: wir sind Juden, und wir waren zusammen im Gefängnis. Sie sind ganz besondere Apostel. Und sie waren schon vor mir Christen.
Tertius: Schon vor dir?
Paulus: Ja, ich war für Jesus eine viel härtere Nuss! - Jetzt kommt Ampliatus! Grüßt auch Ampliatus, meinen lieben Freund! Der Herr hat uns verbunden. Und weiter: Grüße an Urban - wir haben im Auftrag Jesu zusammengearbeitet. Und auch an Stachys, den ich immer noch gern habe. Grüßt Apelles, der sich in vielem für Christus bewährt hat. Grüßt alle, die sich bei Aristobul treffen! Grüßt besonders meinen Mitjuden Herodion! Grüßt alle Christen, die bei Narzissus arbeiten!
Tertius: Wieviele kommen jetzt noch?
Paulus: Warte, ich muss noch mal auf meinen Zettel gucken. Tryphäna und Tryphosa! Die darf ich nicht vergessen! Grüßt Tryphäna und Tryphosa, die sich so tatkräftig für die Gemeinde einsetzen. Und Grüße an Persis, meine gute Freundin, die sich bei so vielen Gelegenheiten engagiert. Grüßt Rufus, den der Herr ganz besonders erwählt hat, und seine Mutter, die auch für mich immer eine Mutter gewesen ist. Grüßt Asynkritos, Phlegon, Hermes, Patrobas, Hermas und die anderen Brüder bei ihnen.
Tertius: Das ist ja eine Großfamilie!
Paulus: Und das sind noch nicht alle: Grüßt Philologus und Julia, Nereus und ... wie heißt seine Schwester noch mal?
Tertius: Ich weiß nicht, die kenn ich alle nicht!
Paulus: O, es liegt mir auf der Zunge! Na gut, dann schreib: Nereus und seine Schwester, Olympas und alle Erwählten Gottes bei ihnen. Gebt euch gegenseitig den Friedenskuss! Seid gegrüßt von allen Gruppen, die sich zur Gemeinde Jesu versammeln! So, Punkt. Das war es.
Tertius: Fertig?
Paulus: Ja .. nein - nicht ganz. Mir fällt noch was ein.
Tertius: Dann musst du jetzt einen Augenblick warten.
Paulus: Wieso das?
Tertius: Das Papier ist zu Ende, ich muss erst neues holen.