Auch Gott muss warten

Adventsspiel im Gottesdienst am 16.12.2001

Personen:
Mädchen,
Mutter,
Adam,
Eva,
Schlange,
Stimme Gottes,
Kain,
Abel,
Erzähler(in),
David,
Volk 1-6,
anderer König,
Diener,
Frau,
Jeremia,
Micha,
Sacharja,
Maria,
Engel

1. Szene

Mädchen: Mama, wie lange ist es noch bis Weihnachten?

Mutter: In acht Tagen ist es so weit.

Mädchen: So lange noch?

Mutter: Das ist doch nur noch ganz kurz! Wenn ich dran denke, was ich alles noch erledigen muss! Wegen mir könnte es noch zwei Wochen dauern bis Weihnachten!

Mädchen: Zwei Wochen! So lange kann ich nicht mehr warten! Kriege ich denn zu Weihnachten einen Hund? Mama, ich möchte unbedingt so einen süßen kleinen Hund wie ... hat! Bitte, krieg ich den? Bitte, Mama!

Mutter: Warte doch mal ab bis Weihnachten ist!

Mädchen: Aber das ist noch soo lange! Bitte sag mir, ob ich ihn kriege! Ich gehe auch immer mit ihm spazieren!

Mutter: Tut mir leid, damit musst du bis Weihnachten warten!

Mädchen: Das ist gemein, dass man immer warten muss (stampft mit Fuß auf).

Mutter: Was meinst du wohl, wie lange Gott manchmal warten muss?

Mädchen: Gott muss nicht warten. Wenn der sich was wünscht, dann kann er machen, dass er es gleich kriegt.

Mutter: Auch Gott musste warten. Und viele Menschen haben gewartet, dass es Weihnachten gibt.

Mädchen: Gab es nicht schon immer Weihnachten?

Mutter: Natürlich nicht! Es hat ganz lange gedauert, bis es so weit war.

Mädchen: Wirklich? Wie lange denn? Drei Jahre?

Mutter: Eigentlich hat Gott schon seit Adam und Eva gewartet. Guck dir das mal an!
 

2. Szene

Adam: Eva, wir haben es echt gut hier im Paradies. Hast du schon mal die Granatäpfel probiert?

Eva: Ja, Adam! Und die frische Ananas! Schmeckt viel besser als aus der Dose!

Adam: Pass auf, dass du nichts von dem Baum isst, von dem wir nicht essen sollen!

Eva: Klar Adam, ich bin doch nicht blöd! Guck mal, diese schöne Blume! (pflückt große, schöne Blume aus Papier und behält sie in der Hand)

Schlange: (schleimig, einflüsternd) He, Eva, du wärst doch blöd, wenn du nicht von dem Baum essen würdest. Wenn Gott so gemein ist, dass er euch die verbietet, dann nimm sie dir einfach!

Eva: Meinst du, ich sollte? Die sieht schon lecker aus.

Schlange: Genau! Überleg nicht lange, greif einfach zu!

Eva: Adam, was meinst du?

Adam: Ist mir egal! Das musst du selber wissen!

Eva: Nun komm, sag was!

Adam: Das ist dein Problem!

Eva: Ich will unbedingt auch die Frucht von diesem Baum probieren! (legt Blume hin und pflückt Frucht)

Adam: Lass mich auch mal kosten!

Eva: Ich dachte, dir wäre das egal?

Adam: Komm, gib schon her! (nimmt und isst)

Stimme Gottes: Adam, wo bist du?

Adam: Er hat uns erwischt! Schnell weg hier! Das war alles deine Schuld!

Eva: Du wolltest schließlich unbedingt was haben!

Adam: Aber du hast angefangen!

Eva: Guck mal die Blume!

Adam: Zur Hälfte kaputt!

3. Szene

Mädchen: Und was hat das mit Warten zu tun?

Mutter: Gott wartet darauf, dass einer es besser macht als Adam und Eva.

Mädchen: Vielleicht ihre Kinder? Haben sie Kinder?

Mutter: Zwei Söhne. Sie heißen Kain und Abel. Guck dir an, was sie machen!

4. Szene

Abel: (hält die Blume) Diese Blume ist schön - ich mag sie, auch wenn sie nicht mehr alle Blätter hat.

Kain: Abel, wieso hat Mutter dir die Blume gegeben und nicht mir? Gib sie mir!

Abel: Aber ich soll doch auf sie aufpassen, Kain!

Kain: Pass lieber auf dich selber auf!
(schlägt Abel, der fällt hin. Nimmt ihm die Blume weg und geht. Die Blume verliert weitere Blätter.)

5. Szene

Mädchen: Das war wohl nichts. Und was ist jetzt?

Mutter: Jetzt muss Gott warten, dass es einer besser macht.

Mädchen: Musste er lange warten?

Mutter: Sieh selbst!

6. Szene


Erzählerin: Gott suchte nach einem Volk, das ihn kennen und dann nach seinem Willen leben sollte. Er gab diesem Volk einen guten König, nämlich David. Alle liebten ihn.

David: (setzt sich auf den Thron, die Blume in seiner Hand) Ich will, dass es gerecht zugeht. Keiner soll einen anderen unterdrücken oder berauben können.

Volk 1-6: Lang lebe König David!
Wie gut, dass wir einen König wie dich haben!
Gott segne dich, König!
Davids Königreich möge ewig bestehen bleiben!
Wir wollen immer einen König haben wie dich!
Gott beschütze König David!

Erzählerin: Aber auch David musste eines Tages sterben.
(David steht vom Thron auf und geht weg)
Nach ihm kamen andere Könige an die Macht. Denen war es egal, wie es dem Volk ging.

König: (nimmt Blume von David und setzt sich auf den Thron) Ich werde die Steuern erhöhen! Ihr habt sowieso zu wenig Arbeit! Ich will groß und berühmt werden. Ich brauche Soldaten für einen großen Krieg! Und her mit dem Wein! Ein König muss gut leben und feiern!
(Diener bringt ihm einen Becher, er trinkt und wirkt leicht betrunken)
Prost! Freut euch, dass ihr einen großen König habt!

Volk: (geht murrend und traurig auseinander, Blume verliert wieder ein Blatt)

Frau: Hilf mir, König! Wir haben nicht genug zu essen, und unser Haus soll uns weggenommen werden!

König: Ist das mein Problem? Ich muss mich um die Politik kümmern!

Frau: Eins sag ich dir: König David hätte mir geholfen! (Blume verliert Blatt)

7. Szene


Mädchen: Und die ganze Zeit wartete Gott auf jemanden, der es besser macht?

Mutter: Nicht nur Gott. Auch die Menschen warteten inzwischen sehnsüchtig darauf, dass jemand kommt, dem sie wirklich vertrauen konnten.

Mädchen: Und wieso meinten sie, dass jemand kommen würde?

Mutter: Weil Gott es ihnen immer wieder angekündigt hat.

8. Szene


Erzählerin: Gott schickte seine Propheten. Die machten den Menschen Hoffnung. Sie sagten: eines Tages kommt einer, der euch nicht enttäuscht. Einer nach dem Herzen Gottes. So sagte es z.B. der Prophet Jeremia:

Jeremia: (kommt mit Blume in der Hand - nur wenige Blütenblätter)
»Der Tag kommt«, so spricht der Herr, »an dem ich aus der Nachkommenschaft Davids einen Mann berufe, der dem Namen Davids wieder Ehre macht. Er wird als König verständig und gerecht regieren, weil er sich an die Weisungen Gottes hält. Dieser König wird den Namen tragen 'Der Herr ist unsere Rettung'«.

Erzählerin: Oder der Prophet Micha:

Micha: (nimmt von »Jeremia« die Blume )
Dir, Bethlehem, läßt der Herr sagen: »So klein du bist unter den Städten in Juda, aus dir wird der künftige Herrscher über mein Volk Israel kommen. Sein Ursprung liegt in ferner Vergangenheit, in den Tagen der Urzeit.«

Erzählerin: Und schließlich der Prophet Sacharja:

Sacharja: (nimmt von »Micha« die Blume )
Freue dich, du Zionsstadt!
Jubelt laut, ihr Bewohner Jerusalems!
Seht euer König kommt zu euch!
Er bringt Gerechtigkeit.
Gott steht ihm zur Seite.
Er schafft die Pferde und Streitwagen ab.
Er stiftet Frieden unter den Völkern.

Erzählerin: Und so warteten die Menschen dass endlich dieser König kam, der Retter, der schon so lange angekündigt war.

9. Szene

Mädchen: War das Jesus?

Mutter: Ja.

Mädchen: Und wie lange haben sie auf den warten müssen?

Mutter: Ein paar Jahrhunderte lang.

Mädchen: Und wie lange hat Gott auf ihn gewartet?

Mutter: Seit Adam und Eva. Einer sollte kommen und es besser machen.

Mädchen: Dann lass uns sehen, wie es war, als Jesus kam!

10. Szene

Erzählerin: Als es soweit war, sandte Gott den Engel Gabriel zu einer jungen Frau, die in Nazareth wohnte. Sie hieß Maria.

Engel: (Blume in der Hand)
Sei gegrüßt, Maria! Der Herr ist mit dir! Er hat dich zu Großem ausgewählt!

Maria: Was meinst du damit? Was soll das bedeuten?

Engel: Hab keine Angst! Du hast Gnade bei Gott gefunden. Du wirst schwanger werden und einen Sohn bekommen. Den sollst du Jesus nennen. Er wird groß sein und »Sohn des Höchsten« genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vorfahren David geben. Seine Herrschaft wird nie zu Ende sein.

Maria: Ich gehöre dem Herrn. Es soll geschehen, wie du gesagt hast.

Engel: Hier - diese Blume ist jetzt für dich. Sie blüht wieder.
(Die Blume hat wieder alle Blätter)

11. Szene

Mädchen: Und was passierte dann?

Mutter: Danach wurde Jesus geboren. Aber das feiern wir dann am Heiligen Abend.

Mädchen: In vier Tagen?

Mutter: Ja, ich hoffe, solange kannst du jetzt noch warten.

Mädchen: Na gut, wenn selbst Gott so lange warten musste, bis Jesus geboren wurde ...